Seit September 2025 empfängt die Bundesverwaltung elektronische Rechnungen über eine zentrale Plattform: die OZG-RE. Ein Jahr nach der Zusammenführung von ZRE und OZG-RE zeigt sich, welche Vorteile die Konsolidierung für Verwaltung und Wirtschaft gebracht hat.
Von zwei Plattformen zu einer zentralen Lösung
Bis September 2025 erfolgte der elektronische Rechnungseingang des Bundes über zwei unterschiedliche Rechnungseingangsplattformen: die Zentrale Rechnungseingangsplattform (ZRE), betrieben durch das ITZBund, sowie die OZG-konforme Rechnungseingangsplattform (OZG-RE), betrieben durch das Beschaffungsamt des BMI (BeschA). Der parallele Betrieb führte jedoch zu zusätzlichem Aufwand bei Betrieb, Pflege und Weiterentwicklung sowie zu mehrfachen Registrierungsprozessen für Lieferanten.
Auf Grundlage einer umfassenden fachlichen, technischen und wirtschaftlichen Analyse wurde die OZG-RE gemeinsam durch das Bundesministerium des Inneren (BMI) und dem Bundesministerium der Finanzen (BMF) als Zielplattform festgelegt. Mit Abschluss der Migration am 19. September 2025 wurden alle 187 technischen Rechnungsempfänger der ZRE auf die OZG-RE überführt. Gleichzeitig wurde die ZRE für den Rechnungsempfang außer Betrieb genommen und zum Jahresende 2025 abgeschaltet.
Ein Jahr nach der ersten Umstellung der ersten Behörden zeigt sich, dass die Konsolidierung ihre wesentlichen Ziele erreicht hat und eine einheitliche Grundlage für den elektronischen Rechnungseingang des Bundes geschaffen wurde.
Vorteile der Plattformzusammenführung
Die Konsolidierung auf die OZG-RE bringt Vorteile für die verschiedene Nutzergruppen.
Für Lieferanten und Unternehmen entfallen doppelte Registrierungen sowie technische Redundanzen. Über 330.000 elektronische Rechnungen pro Monat werden nun über eine zentrale Plattform an die gesamte unmittelbare Bundesverwaltung, über 170 Einrichtungen der mittelbaren Bundesverwaltung sowie aktuell fünf Bundesländer eingereicht. Der Zugang über das ELSTER-Unternehmenskonto ermöglicht zudem die Anbindung an bereits etablierte Verfahren.
Durch die Konsolidierung ergeben sich Effizienzgewinne: Eine zentrale Plattform reduziert den Aufwand für Schnittstellenpflege und schafft einheitliche Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung. Neue Funktionen, beispielsweise für Ausgangsrechnungen oder die Übermittlung von Umsatzsteuerdaten, müssen künftig nur noch einmal entwickelt und bereitgestellt werden.

Erkenntnisse für zukünftige Vorhaben
Die Zusammenführung von ZRE und OZG-RE hat wertvolle Erkenntnisse für künftige Digitalisierungs-, Migrations- und Konsolidierungsvorhaben geliefert. Erfolgsentscheidend waren insbesondere eine frühzeitige und strukturierte Planung, die Standardisierung von Prozessen und Schnittstellen sowie eine realitätsnahe Pilotierung vor dem flächendeckenden Rollout.
Darüber hinaus haben sich zentrale Steuerungsstrukturen, klar definierte Umstellungsvoraussetzungen und eine zielgruppengerechte Kommunikation als wichtige Erfolgsfaktoren erwiesen. Die Erfahrungen aus dem Projekt verdeutlichen, dass technische, organisatorische und kommunikative Aspekte von Beginn an gemeinsam betrachtet werden müssen, um komplexe Veränderungsvorhaben effizient umzusetzen.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war zudem die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure. Die frühzeitige Einbindung von Behörden, Lieferanten und IT-Dienstleistern hat dazu beigetragen, Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren und die Umstellung planmäßig umzusetzen.
Fazit: Grundlage für die weitere Digitalisierung
Die Plattformzusammenführung hat die technische und organisatorische Komplexität im elektronischen Rechnungseingang des Bundes reduziert und eine einheitliche Infrastruktur geschaffen. Gleichzeitig konnten wichtige Erfahrungen für zukünftige Konsolidierungs- und Digitalisierungsvorhaben gewonnen werden.