Die Technische Lösung von Peppol – Das 4-Corner-Modell

Das 4-Corner-Modell beschreibt die technische Umsetzung der Dateiübertragung im Peppol-Netzwerk. Corner 1 stellt den Rechnungssender und Corner 4 den Rechnungsempfänger dar. Rechnungsempfänger müssen im SMP-Server (Service Metadata Publisher) registriert werden. Bei der Registrierung von Peppol-Participants kontaktiert dieser den SML-Server (hier Service Metadata-Locator). Diesen Server gibt es nur einmal im gesamten Peppol-Netzwerk und er wird zentral von OpenPeppol betrieben. Dort wird nun aus bestimmten Daten ein DNS-Eintrag für diesen Participant angelegt. Die Adresse des DNS-Eintrages des registrierten Participants zeigt auf den SMP-Server, bei welchem dieser registriert wurde.

Um eine Rechnung über Peppol zu versenden, muss der Sender (Corner 1) einen Zugriff auf einen Access Point (Corner 2) haben. Der Rechnungssender gibt nun beim Versand der Rechnung die Participant-ID des Empfängers mit. Anhand dieser ID erstellt der Access Point auf Corner 2 den korrekten DNS-Namen des Rechnungsempfängers und erreicht dadurch den dazugehörigen SMP-Server. Es gibt in Europa bzw. weltweit eine Vielzahl an SMP-Servern, die von Access Points auf Corner 3 genutzt oder betrieben werden. Dort sind alle, am Access Point auf Corner 3 angeschlossenen Empfänger registriert. Das umfasst die eindeutige Participant-ID des Empfängers sowie spezifische Einstellungen zu den Dokumenten, die über Peppol empfangen werden sollen. Somit prüft mit Anfrage von Access Point auf Corner 2 der SMP-Server, welcher Access Point auf Corner 3 erreicht werden soll und ob dieser das mitgegebene Dokument akzeptiert (Kompatibilitätsprüfung). Mit Freigabe und Rückmeldung weiterer spezifischer Daten, kann nun der Access Point auf Corner 2 den genauen Access Point auf Corner 3 des Empfängers erreichen. Dieser stellt die Rechnung dem Empfänger zur Verfügung (Corner 4).

Damit der Austausch im Peppol-Netzwerk standardisiert verläuft, wird die Kommunikation anhand der sogenannten BIS (Business Interoperability Specification) umgesetzt. Diese regelt einen eindeutigen Standard für den Dokumentenaustausch innerhalb des Netzwerks. Soll zum Beispiel eine XRechnung an einen Empfänger via Peppol gesendet werden, bildet ein Standard Business Document (SBD) den technischen Umschlag, in den die XRechnung eingebettet ist. An der Rechnung muss nichts geändert werden.

Eine Grafik, die das 4-Corner-Modell darstellt. Es werden 4 Schritte aufgezeigt: 1. Der Sender sendet Dokumente an seinen eigenen Access Point. 2. Dieser validiert die Peppol Dokumente. 3. Es findet ein Austausch der Peppol Dokumente zwischen dem Access Point des Rechnungssenders und dem Access Point des Empfängers statt. Dabei wird eine Kompabitilitätsprüfung durchgeführt und das Adressenregister durchsucht. 4. Die Dokumente werden an den Emfpänger weitergeleitet.
Abbildung: Das 4-Corner-Modell

Weitere Informationen:

Eine Liste mit konformen SMP Implementierungen kann unter der Seite Links zu Software für Peppol-Implementierungen abgerufen werden.

Was ist ein Peppol-Service-Provider?

Ein öffentlicher oder privatwirtschaftlicher Auftraggeber kann sich auch einem bestehenden Peppol-Service-Provider anschließen und muss damit keinen eigenen Peppol Access Point (und keinen eigenen SMP-Server) aufbauen und betreiben, um elektronische Rechnungen, konkret XRechnungen, aus dem Peppol-Netzwerk annehmen zu können. Peppol-Service-Provider bieten ihren Vertragspartnern dabei unterschiedliche Schnittstellen an, wie die empfangenden Rechnungen abgerufen werden können.

Eine aktuelle Liste mit bestehenden Peppol Service Providern (Access Point und SMP) kann unter der Seite Zertifizierte Peppol Access Points (APs) abgerufen werden.

Wie hängen die Peppol-Participant-ID und die Leitweg-ID zusammen?

Für die deutschen öffentlichen Auftraggeber wurde im Rahmen der Entwicklung des Standards XRechnung ein Schema für eine Adressierungscodierung definiert, die sogenannte Leitweg-ID. Diese Adressierungscodierung wurde bei Peppol für die Adressierung im Transportnetzwerk als zulässiges Schema für den Participant-Identifier registriert. Für Unternehmen in Deutschland ist darüber hinaus bereits das Schema der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (VAT ID) und der Global Location Number bei Peppol registriert. Privatwirtschaftliche Auftraggeber können damit ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer als Peppol-Participant-Identifier für eine eindeutige Identifizierung als Sender oder Empfänger nutzen. Für öffentliche Auftraggeber steht die Leitweg-ID als gültiges Schema zur Verfügung.

Der Zusammenhang zwischen einer Peppol-Participant-ID und der Leitweg-ID oder der Umsatzsteueridentifikationsnummer wird über unterschiedliche Präfixe hergestellt. Aus einem vierstelligen Zahlencode, der vor die Leitweg ID oder Umsatzsteuer­identifikations­nummer gesetzt wird, ergibt sich die Peppol-Participant-ID:

  • Präfix 0204 + Leitweg-ID → 0204:Leitweg-ID
  • Präfix 9930 + Umsatzsteuer­identifikations­nummer → 9930:Umsatzsteuer­identifikations­nummer
  • Präfix 0088 + Global Location Number → 0088:Global Location Number

Damit der Austausch von Dokumenten im Peppol-Netzwerk standardisiert verläuft, wird die Kommunikation anhand der sogenannten BIS (Business Interoperability Specification) umgesetzt. Diese regelt einen eindeutigen Standard für den Dokumentenaustausch innerhalb des Netzwerks. Soll zum Beispiel eine XRechnung an einen Empfänger via Peppol gesendet werden, bildet ein Standard Business Document (SBD) den technischen Umschlag, in den die XRechnung (zusammen mit dem sog. SBD-Header) eingebettet ist. In diesem SBD-Header muss die Receiver-ID enthalten sein, in der eingebetteten E-Rechnung selbst darf allerdings in dem Feld BT-10 Buyer Reference nur die Leitweg-ID des Empfängers enthalten sein.

Was ist die Peppol-Participant-ID und wie kann diese beantragt werden?

Damit ein Sender den richtigen Empfänger eindeutig adressieren kann, müssen sich alle Access Points und die dazugehörigen Empfänger kennen.

Der Peppol-Participant-Identifier (Peppol-ID) dient im Peppol-Netzwerk dazu, einen Teilnehmer eindeutig zu identifizieren. Dabei wird zwischen der Sender-ID und der Receiver-ID unterschieden. Diese müssen nicht beantragt, sondern können selbst vergeben werden. Für Peppol-Sender-IDs empfiehlt es sich, die Global Location Number (GLN) mit dem Präfix 0088 oder die Umsatzsteuer-ID (VAT-ID) mit dem Präfix 9930 zu verwenden.

Rechnungsempfänger benötigen eine Receiver-ID. Bei allen öffentlichen Einrichtungen, die an die OZG-RE angeschlossen sind, entspricht die Peppol-Receiver-ID der Leitweg-ID mit dem entsprechenden Präfix „0204“ (z. B. 0204:99661-WEBSERVICEOZG-28).

Empfänger müssen zudem in einem SMP-Server (Service Metadata Publisher) registriert werden, damit sie technisch gefunden werden können. Im SMP werden zu einem Participant noch weitere Metadaten gespeichert, beispielsweise welche Dokumententypen der Teilnehmer annehmen/verarbeiten kann und an welchem Access Point dieser angeschlossen ist. Die Peppol-ID eines Rechnungssenders muss, solange dieser nur senden will, nicht in einem SMP registriert werden.

Beispiele für Peppol-Sender-IDs (Rechnungssender):

  • 9930:Umsatzsteueridentifikationsnummer
  • 0088:GlobalLocationNumber

Beispiel für Peppol-Receiver-IDs (Rechnungsempfänger):

  • 0204:LeitwegID

Was ist ein Peppol Access Point?

Für die Annahme von elektronischen Rechnungen wird ein Peppol Access Point (nach dem Profil AS4) benötigt. Hierfür gibt es bereits fertige Produkte (z. T. Open Source), welche nur noch installiert und konfiguriert werden müssen. Weitere Spezifikationen des AS4-Profils können Sie auf der Seite PEPPOL AS4-Profil nachlesen.

Eine Liste mit konformen Produkten kann unter der Seite Connecting Europe Facility (CEF) Digital abgerufen werden.

Wie funktioniert der Versand und Empfang von Dokumenten via Peppol?

Ziel von Peppol ist, den Sender und den Empfänger von elektronischen Dokumenten miteinander zu verbinden. Sender, sowie Empfänger benötigen dazu einen sogenannten Access Point, um Zugriff auf das Peppol-Netzwerk zu erhalten.

Der Rechnungssender sendet seine Rechnung an einen Access Point. Dieser erreicht mittels der Peppol-Receiver-ID den Access Point des Empfängers. Mit Bereitstellung der E-Rechnung an den Access Point des Empfängers stellt dieser die Rechnung dem Empfänger zur Verfügung. Die Rechnungseingangsplattform OZG-RE ist hierbei an dem Access Point des Empfängers angeschlossen. Die Leitweg-ID wird nun innerhalb der Rechnungseingangsplattform als Adressierung der Behörden und Einrichtungen verwendet. Die angeschlossenen Behörden und Einrichtungen können somit wie gewohnt auch über Peppol eingereichte E-Rechnungen in der Plattform abholen und in ihren Systemen weiterverarbeiten.

Eine Grafik, die den Ablauf des Versandes und des Empfangens von Dokumenten via Peppol darstellt. Es werden folgende Schritte aufgezeigt: 1. Der Sender schickt Rechnungen zu seinem Access Point oder Provider. 2. Sein Access Point tauscht im Peppol-Netzwerk mit dem Access Point des Rechnungsempfängers die Peppol-IDs aus. 3. Die Rechnungen werden an die zentralen Rechnungseingangsplattformen weitergeleitet. 4. Die Rechnungen werden über die Leitweg-ID den Behörden und Einrichtungen zugeordnet und elektronisch weiterverarbeitet.
Abbildung: Ablauf des Versandes und des Empfangens von Dokumenten via Peppol

Durch die Nutzung von Peppol ergibt sich für den Rechnungssender ein einheitlicher und zentraler Kanal für den Versand von E-Rechnungen. Dabei muss die genutzte Rechnungseingangsplattform des Empfängers auch an Peppol angeschlossen sein. Bitte erfragen Sie dies, sowie die anzugebende Peppol-Receiver-ID bei Ihren Auftraggebern.

Hinweis: Bei Einrichtungen der unmittelbaren Bundesverwaltung, sowie an die OZG-RE angeschlossenen Organisationen der mittelbaren Bundesverwaltung und angeschlossener (kooperierender) Bundesländer ergibt sich die Peppol-Participant-ID aus der Kombination von Präfix und Leitweg-ID „0204:LeitwegID“. Bei anderen Bundesländern können sich die Peppol-Participant-ID und die Leitweg-ID voneinander unterscheiden.

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